#bibtag18 – Offen und Vernetzt?

Der 107. Bibliothekartag fand vom 12. bis 15. Juni 2018 statt und stand unter dem Motto „offen und vernetzt“. Dieser Blogpost soll nicht nur einen ersten Überblick über das umfangreiche Programm dieser Konferenz bieten, sondern auch das Motto an sich, genauer gesagt dessen Erfüllung innerhalb der Veranstaltung, kritisch hinterfragen.

Der „Bibliothekartag 2018“ – er war geprägt von Diversität. Über 4000 Bibliothekar*innen1 aus den verschiedensten Bereichen haben sich angemeldet, wollten mitreden oder auch erst einmal nur beobachten und vor allem Teil einer doch überraschend großen Community sein. Nicht jeder ist zum reinen „Netzwerken“ hier, doch gerade das macht den Charme dieser Tagung aus. Vielen geht es hingegen darum, sich über aktuelle Trends zu informieren und – dies ist doch eigentlich besonders erfreulich – mit der neuen Technik auch mithalten zu können.

Die Programmauswahl ist groß, man kann sich kaum entscheiden und überall flitzen die Bibliothekar*innen von Raum zu Raum, um nichts von den vielversprechenden, in der konferenzeigenen App gespeicherten Vorträge, Labs und Veranstaltungen zu verpassen. Einen Überblick über die Programm-Schwerpunkte, gemessen an den Titeln der Veranstaltungen, soll die folgende Word Cloud bieten (Daten extrahiert von https://www.professionalabstracts.com/dbt2018/iplanner/#/grid und Word Cloud erstellt mit https://www.wortwolken.com):

bibtag18-3

Dass der #bibtag18 (via Twitter) nach dieser Word Cloud in erster Linie von Bibliotheken, Bibliothek und Bibliotheks* handelt, ist soweit recht vorhersehbar. Der namensgebende Bibliothekar scheint hingegen nicht unmittelbarer Gegenstand dieser Zusammenkunft gewesen zu sein. Da ist die Frage unumgänglich, ob der größte Anteil der Zielgruppe dieser Tagung – nämlich die Bibliothekarinnen – nicht von Anfang an durch die Bezeichnung „Bibliothekartag“ abgeschreckt, wenn nicht sogar in gewisser Weiser exkludiert wird. So sollte es auch Teil der Offenheit sein, diese Frage zumindest zu thematisieren, da sie ganz offensichtlich für Unstimmigkeiten unter den Teilnehmer*innen sorgt.

Interessant ist weiterhin die Kombination von in der Word Cloud häufig auftretenden Begriffen wie Open und GmbH – in meinen Augen schwer vereinbar. Gleichzeitig beschreibt das den Bibliothekartag recht gut, schließlich findet man hier im Allgemeinen eine besonders interessante Mischung vor – von Vorträgen zu Öffentlichen Bibliotheken oder Bibliothekarischer Forschung über die sogenannten Hands-On oder Project Labs bis hin zu den Messeständen der einzelnen Bibliotheksausstatter – hier sollte für jeden etwas dabei sein. Gerade in dieser Zusammensetzung zeigt sich ein so großes Potential, welches sicherlich noch weiter ausgeschöpft werden kann: es finden sich zahlreiche und doch ganz unterschiedliche Personen aus ein- und derselben Branche zusammen, die sicher auch viel voneinander lernen können.

Auf dem #bibtag18 wird eines besonders klar: Bibliothekar*innen müssen sich dem digitalen Wandel anschließen, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Und im Grunde wollen sie das auch. Woran es z.T. noch scheitert sind eher die unsichtbaren Barrieren, die in erster Linie im „Mindset“ der Bibliothekar*innen selbst existieren. Hierfür ist notwendig, auch ab und zu die „bibliothekarischen Grenzen“ zu überwinden, in den internationalen Raum und andere Disziplinen zu schauen, sich einzumischen und auf Neues einzulassen, für Veränderungen offen zu sein. „Die moderne Forschungsbibliothek ist ein Labor“ – so Prof. Dr. Peter-André Alt auf der Eröffnungsverstaltung des Bibliothekartages. Damit die Bibliotheken so innovativ sein und ihren Nutzer*innen einen entsprechenden (Er-)Forschungsraum mit kompetenter Unterstützung bieten können, müssen sie zuerst selbst den Anschluss an aktuelle Entwicklungen finden.

 


Literaturquellen

1. Vgl. http://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2018/pressemitteilung.709846.php 

Weiterführende Informationen

 

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